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Farbkomposition und Mustergestaltung prägen zumeist den ersten Eindruck der Teppiche & Textilien und verdecken für den Unkundigen die Seele dieses Exponates. Der Zauber der Symbolsprache, schlichte fast einfärbige Schlafdecken oder expressive Farben kombiniert bzw. verbindet sich mit fast unsichtbaren subtilen Details zu feinsten Textilien.

Teppich & Textil

Spätestens seit der ICOC (International Conference on Oriental Carpets) in Marrakech 1995 trat dieser Zweig des marokkanischen Kunsthandwerks ins Rampenlicht des internationalen Interesses. Mit der beginnenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung wurde die unglaubliche Vielfalt an Teppichen, Textilien und Flachgeweben sichtbar. Monochrome Schlafdecken, feinste Textilarbeiten der Frauen oder auch – aus europäischer Sicht – expressive Ausdruckskraft präsentierten sich plötzlich gleichberechtigt neben den höfischen bzw. städtischen Manufaktur-Produkten aus Rabat und Medouina.
Teppiche und Textilien, die in keinem marokkanischen Haushalt fehlen und einen hohen Stellenwert besitzen, werden in den Augen der Europäer zur Kunst. Das große Interesse des Kunst- und Antiquitäten-Handels an den ursprünglichen und traditionellen Objekten führt – im Zusammenhang mit dem Tourismus – zur Kommerzialisierung dieses Kunsthandwerks. Qualität und Kreativität bleiben dabei auf der Strecke

       

   

Die Architektur

Religion und Kunst im städtischen Bereich,  Funktion und Tradition am Lande bestimmen im Wesentlichen die Architektur Marokkos. Für die ländlichen Regionen gilt, dass die Bauweise den herrschenden klimatischen Bedingungen Rechnung tragen muss. Die Architektur ist daher als Antwort der Berber an die örtlichen Lebensbedingungen zu verstehen. So finden wir, wenn wir von den Nomaden mit ihren Zelten absehen, in den feuchteren Regionen überwiegend die Steinbauweise. Typische Beispiele dafür sind die Speicherburgen (Agadir) im Anti Atlas. Weiter im Süden, im Übergangsbereich des Hohen Atlas zur Wüste hin, finden wir die Lehmbauweise (Kasbah und Ksar). Gemeinsam ist dieser Berber-Architektur die Strenge auf Funktion und Sicherheit bedachte Gestaltung der Bauwerke. Die wenigen – noch immer – traditionellen Ornamente aus Rauten und Treppenlinien wurden von städtischen Elementen kaum berührt.
Mit der Religion  aufs Engste verbunden, entwickelte sich die islamisch-arabische Kunst in erster Linie in Form der Baukunst und der ornamentalen Ausschmückung. Dazu zählen geometrische, stilisierte und abstrakte Muster, wie die Kalligraphie in Form der Schriftornamentik – oft auch verbunden mit der Arabeske (stilisierte Ranken, Blüten und Blätter) – und das Stalaktitengewölbe. Unter den Almoraviden (1061 – 1147) und den Almohaden (1147 – 1269) wurde der maurische Stil aus Spanien nach Marokko gebracht und erreichte unter den Meriniden (1269 – 1465), als viele Mauren und Juden aus Spanien flüchten mussten, seine Hochblüte. Aus der Zeit der Almohaden gilt das Minarett der Koutoubia-Moschee in Marrakech nicht nur als eines der bedeutendsten Zeugnisse dieser Zeit, sondern spiegelt den Stil dieser Periode in seiner reinsten Form wider. Während der Meriniden entstanden u. a. die Medersen in Fes, Meknes und Salè, die  als herausragende Beispiele dieser Kunstperiode gelten.

         

   

Silberschmuck

Die magisch-religiöse Komponente gilt als wesentlicher Aspekt in der Betrachtung des Schmuckes. Als nonverbales Zeichen wurden ihm, insbesondere von den Frauen, magische Kräfte zugesagt, die als Abwehrsymbol in der Welt der Dämonen, Djinns und des „Bösen Blicks“ (Neid, Missgunst) eine wichtige Funktion haben. Die Verwendung des Schmucks ist vielfältig. So finden wir neben Kopfschmuck, Ohrgehänge, Hals- und Brustschmuck, Fibeln, Gürtel bzw. Gürtelschließen auch Arm- und Fußreifen. Als Schmuckmaterial wird von den Berbern vorwiegend Silber kombiniert mit Email, Niello, Kupfer oder verschiedenen Steinen (Bernstein, Koralle, …) verwendet. Armut und eine Veränderung der traditionellen Werte in der Gesellschaft führten dazu, dass billige Materialien wie Aluminium oder Legierungen mit geringem Silberanteil sowie für die Steine Glasimitationen Verwendung fanden. Der arabische bzw. arabisierte Teil der Bevölkerung in den Städten bevorzugte als Material hingegen Gold und Halbedelsteine.
Zum Schmuck zählt aber auch der Körperschmuck (in Afrika weit verbreitet) in Form der Tatauierung. Diese „dauerhafte“ Körperbemalung hat in gleicher Weise den Zweck, die negativen magischen Kräfte abzuwehren. Diese Form des Schmuckes findet ausschließlich bei den Berberfrauen Verwendung.

        

   

Keramik / Töpferei

Bei der in ländlichen Töpfereien hergestellten Ware handelt es sich zumeist um einfache Irdenware, die frei – ohne Töpferscheibe – aufgebaut  und nach dem Trocknen bemalt und in Form eines offenen Feldbrandes – ohne Ofen – gebrannt wird. Ihr Kennzeichen ist ein einfaches lineares bzw. geometrisches Dekor in Dunkelbraun und Rot; überwiegend von den Frauen als Gebrauchsgegenstände für den täglichen Eigenbedarf hergestellt. Trotz der gesellschaftlichen Veränderungen hinsichtlich der Ursprünglichkeit ist diese ländliche Irdenware eines der ältesten Zeugnisse der traditionellen Töpferei.
Die Natürlichkeit der Form steht im krassen Gegensatz zu der städtischen Keramik mit Glasur, die neben der Funktion auch gefallen muss. Die Produktion ist verkaufsorientiert. Zu dieser Keramik gehören auch die Fayencen und die grünen Dachziegel für Moscheen und Paläste. Die historische Betrachtung Marokkos reicht bis in das 10./11. Jahrhundert zurück, wobei sich Fes ab dem 14. Jahrhundert als das Zentrum der Verfeinerung etablierte. Die Keramik von heute ist hinsichtlich der künstlerischen Qualität mit der alten kaum noch zu vergleichen. Besonders deutlich wird dies bei der Massenproduktion aus Safi.